Eine positive Bilanz unter das Geschäftsjahr 2024 zog am Donnerstagabend, 28. August, Stephan Böhse in seinem Vorstandsbericht vor der Vertreterversammlung in den Räumlichkeiten der Volksbank Kierspe an der Friedrich-Ebert-Straße. Das sei in Anbetracht der Rahmenbedingungen nicht selbstverständlich.

Mit einer Bilanzsumme von 160,1 Millionen Euro gegenüber 158,6 Millionen Euro im Jahr 2023 habe die Volksbank Kierspe trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen die stetige und positive Entwicklung fortgesetzt und ihre Position im Markt gestärkt. Diese Entwicklung sei auch bei der Betrachtung der Einlagen inklusive Verbundgeschäft, des Kreditgeschäfts und der Verbundbilanz erkennbar gewesen.

Die Volksbank erwirtschaftete einen Jahresüberschuss in Höhe von 352.061,79 Euro. Nach den Einstellungen in Höhe von 140.000 Euro verbleibt ein Betrag von 212.061,79 Euro. Dieser solle – so schlug der Vorstand im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor – für gesetzliche Rücklagen und andere Ergebnisrücklagen sowie für die Ausschüttung einer Dividende von 6,5 Prozent verwendet werden. Damit liege die Volksbank deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 4 Prozent, betonte Böhse.

Die Vertreterversammlung stimmte diesem Vorschlag einstimmig zu – ebenso wie allen anderen Entscheidungen des Abends: der Feststellung des Jahresabschlusses, der Entlastung des Vorstands sowie den Wahlen zum Aufsichtsrat.

Foto: Martin Büdenbender / LokalDirekt

Vor dem eigentlichen Jahresbericht war Stephan Böhse auf die gegenwärtigen Probleme und Herausforderungen eingegangen, denen sich die Volksbank stellen müsse. Regulatorik und Bürokratie erschwerten Handel und Bankgeschäfte. Mit eindrucksvollen Zahlen belegte er die um ein Vielfaches höhere Profitabilität der US-Bank JPMorgan Chase im Vergleich zur Deutschen Bank, die noch vor 25 Jahren zu den globalen Champions zählte.

Mangelhafte Digitalisierung und marode Infrastruktur machte er als Ursachen für die negative Entwicklung der deutschen Wirtschaft aus. „Deutschland hat einen Investitionsstau in Höhe von insgesamt 600 Milliarden Euro.“ Als Schlüsselproblem bezeichnete er die im internationalen Vergleich zu hohen Energiepreise. Die Deindustrialisierung schreite voran. „Hier sehen Sie den Niedergang der deutschen Wirtschaft in einer einzigen Kurve“, wies er auf eine Grafik hin, die die schrumpfende Industrieproduktion Deutschlands in den vergangenen acht Jahren deutlich macht.

Die positive Entwicklung des DAX habe allerdings die Erwartungen übertroffen. Dies führte der Diplom-Kaufmann darauf zurück, dass Kunden und Märkte deutscher Unternehmen zum Großteil im Ausland liegen. Erfreulich sei auch die Abschwächung der Inflationsrate.