Blau ist die Farbe des Himmels, der Freiheit und der Unendlichkeit. Blau umgibt die Johannisloge „Zum Märkischen Hammer“ auch als Symbol für Wahrheit und Vertrauen. Das war am Freitag, 29. August, im Logenhaus an der Freiherr-vom-Stein-Straße innen wie außen zu erkennen.
Das Gebäude erstrahlte in einem klaren Blau. Und auch in der Kunstausstellung im Versammlungsaal der Freimaurerloge dominierte das Blau. „Mit der Kunstausstellung betreten wir Neuland“, sagte Logenmeister Peter Vogt am Freitag vor zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. Er freue sich, dass mit Hilfe der Kunst Menschen in einen Dialog miteinander und mit den jahrhundertealten Traditionen der Freimaurer treten könnten.

Zu sehen waren für gerade mal fünf Stunden Werke des Hagener Malers Andreas Weische und des Lüdenscheider Künstlers Dirk Hülle Wünsch. Andreas Weische, Mitglied der Hagener Loge „Victoria zur Morgenröthe“, war Gast der Ausstellung und stand für Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung. Er bedankte sich für den „wunderbaren Empfang“ und würdigte den Aufwand, der für eine derart kurze Ausstellung getrieben worden war.
Andreas Weische gilt als Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, zu der so bekannte Künstler wie Arik Brauer oder Ernst Fuchs zählen. Und so ist die Malweise von Andreas Weische nicht abstrahierend oder abstrakt, sondern orientiert sich an der technischen Perfektion der Alten Meister. Seine Motive sind fantastisch-unwirkliche Kreationen wie „Sehteufel“, „Pferd über den Wolken“ oder „Blauer Dämon“.
Faszinierend ist „Der Rabe“, ein 90 x 90 Zentimeter großes Gemälde. Es zeigt einen blau-schwarzen Raben, der auf einem Felsen vor einem dramatisch gestalteten Himmel hockt. Andreas Weische malte das Bild wie so viele seiner Werke mit der kleinsten Pinselstärke 00/10. „Sie umfasst gerade mal einen Durchmesser von weniger als einem Millimeter“, sagte der Maler. So gleicht die Entstehung seiner Bilder bis zur absoluten Perfektion einem Geduldsspiel sondergleichen. Im Logensaal hing ein Druck. Zwei Originale sind bereits verkauft. Ein Drittes ist in Arbeit.

Dirk Hülle Wünsch ist in der Regel in realistischer Bildhauerei unterwegs. In der Malerei beschäftigt er sich mit Porträts im Stil der Pop-Art und mit der Gestischen Malerei, einer Form des abstrakten Expressionismus, bei der der Malprozess selbst im Vordergrund steht und nicht das fertige Bild.
Am 15. November lädt die Johannisloge „Zum Märkischen Hammer“ während der Nacht der Kultur von 18 bis 22 Uhr zur nächsten öffentlichen Veranstaltung ein. Mehr Informationen über die Loge unter https://www.freimaurer-luedenscheid.de/