Sein Name wird bei den Iserlohner Eishockey-Fans in einem Atemzug mit den ehemaligen Größen vom Seilersee genannt: Mike York. Für sie gehört der Angreifer in eine Reihe mit Martti Jarkko, Jaroslav Pouzar, Cestmir Fous, Teal Fowler, Michael Wolf, Robert Hock sowie den Idolen aus der frühen ECD-Ära Jörg Schauhoff und Dieter Brüggemann. Jetzt ist der frühere Weltklasse-Stürmer mit Ehefrau Amy, Tochter Ivy und Sohn Connor für einige Tage an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt – und das aus gutem Grund.
Vor dem NRW-Cup-Spiel der Roosters gegen die Düsseldorfer EG wurde das Trikot mit seiner damaligen Rückennummer 78 im Rahmen einer Jersey-Retirement-Zeremonie unter das Dach der Balver-Zinn-Arena gezogen, wo es dauerhaft seinen Platz behält. Dort hängen bereits die Trikots der ECD-Legenden Jörg Schauhoff, Dieter Brüggemann und Cestmir Fous.
Ehemalige Mitspieler, Betreuer, Offizielle und sein damaliger Trainer Doug Mason standen Spalier, als der 47-jährige Amerikaner mit seiner Familie den auf dem Eis ausgerollten roten Teppich in der Balver-Zinn-Arena betrat, begrüßt von mehreren Tausend jubelnden Roosters-Fans. Sie hatten sich zudem eine besondere Choreografie einfallen lassen und tausende kleine Plakate mit der legendären York-Rückennummer #78 in die Höhe gereckt.

Die Laudatio auf Mike York hielt der geschäftsführende Roosters-Gesellschafter Wolfgang Brück. Als ihm der Fauxpas herausrutschte und er die 76 anstatt 78 als Trikotnummer von Mike York nannte, buhte das ganze Stadion. Der Jubel brandete dann aber doch wieder auf, als das Trikot mit der korrekten Nummer, begleitet von Funken sprühenden Fontänen, unter das Hallendach gezogen wurde, wo es dauerhaft seinen Platz behalten wird.
Auf die Karriere des Stürmers ging Brück ausführlich ein. Der Amerikaner kam zum ersten Mal in der Lockout-Saison 2004/05 an den Seilersee. Seinem Kumpel Brian Adams war es zu verdanken, dass der Center der Edmonton Oilers im Sauerland den Fans sein Können unter Beweis stellte. 16 Tore und 46 Beihilfen machten unter dem Strich 62 Scorerpunkte. 2011 zog es Mike York dann ein zweites Mal an den Seilersee, diesmal für insgesamt fünf Jahre. Zusammen mit Michael Wolf und Robert Hock bildete der heute 47-Jährige ein außergewöhnliches Trio. „Er hat die erfolgreichste Zeit der Iserlohn Roosters entscheidend mitgeprägt“, verdeutlichte Wolfgang Brück. In den fünf Spielzeiten erreichten die Sauerländer dreimal das Play-off-Viertelfinale und einmal die Pre-Play-offs. Insgesamt trug Mike York in 300 DEL-Begegnungen das Roosters-Trikot und erzielte dabei unglaubliche 293 Scorerpunkte.
2005 bester Center der DEL
Den Weg nach Iserlohn hatte der 47-jährige Amerikaner in der Lockout-Saison der NHL gefunden. In 52 Spielen erzielte Mike York seinerzeit 16 Tore für die Sauerländer und gab zu weiteren 46 die Vorlage. Nach der Hauptrunde der Saison 2004/2005 wurde er von Trainern, Gesellschaftern und Fachjournalisten zum „besten Center der DEL“ gewählt.
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Zur Saison 2011/2012 kehrte er zurück zu den Iserlohn Roosters in die DEL, wo er bis zum Ende der Spielzeit 2015/16 unter Vertrag stand und vor der Saison 2014/15 zudem zum Kapitän ernannt wurde. Im April 2016 wurde sein Vertrag nicht verlängert, seine Trikotnummer 78 aber von den Roosters gesperrt. Ab September 2016 arbeitete York als Assistenztrainer im Eishockeyprogramm seiner Alma Mater, der Michigan State University. Seit 2017 ist er Assistenztrainer der Lake Superior State University.
Besuch im Eishockeymuseum
Seinen mehrtägigen Besuch an seiner ehemaligen Wirkungsstätte begann der 47-Jährige mit einem Abstecher ins Eishockeymuseum „Puck“ am Sauerlandpark in Hemer. Dort ist dem US-Amerikaner eine ganze Vitrine gewidmet. Dort stellte er sich den Fragen der anwesenden Journalistinnen und Journalisten. Mit dabei waren zehn Mitglieder der „Golden Roosters“ auf Einladung des Vereins. Fotos mit Mike York und seine Unterschrift waren bei ihnen besonders begehrt.